Stottern und Poltern sind Störungen des Redeflusses.

Stottern beginnt in der Regel im Kinderalter ab 2,5 Jahren. Zu Beginn des Stotterns kann der Schweregrad unterschiedlich ausgeprägt sein, die Verläufe sind individuell unterschiedlich. So kommt es im Verlauf häufig zu Schwankungen zwischen völliger bis annähernder Symptomfreiheit und einer Zunahme der Symptomatik. 50-80% der stotternden Kinder zeigen eine spontane Rückbildung (Remission). Die Häufigkeit der Remissionen nimmt mit Dauer der Störung ab.

Ob es sich um kindliches Stottern oder um entwicklungsbedingte sogenannte physiologische Redeunflüssigkeiten handelt, sollte von einem Fachtherapeuten abgeklärt werden.

Beim Stottern kommt es zu:

  • Laut-, Silben- und Wortwiederholungen
  • Blockierungen (Feststecken im Wort) und
  • Lautdehnungen

Häufig kommen Vermeideverhalten, Sprechanstrengung, Sprechangst oder Veränderung der Sprechweise wie Einsatz von Floskeln, Satzabbrüche oder das Vermeiden von gefürchteten Wörtern hinzu. Für die Kinder und die Eltern bedeutet es eine hohe Erleichterung, das Stottern nicht zu ignorieren. Ratschläge wie: „Sprich langsam!“, „Überlege erst, was du sagen möchtest!“, „Atme einmal tief durch!“ helfen ihrem Kind nicht, sondern verstärken eher noch die Symptomatik und untergraben sein Selbstwertgefühl.

Therapieverfahren:

Das Lidcombe-Programm ist ein evidenzbasiertes, verhaltenstherapeutisch ausgerichtetes Konzept zur Behandlung von Stottern bei Kindern von 3 bis 9 Jahren. Es wird von den Eltern oder einer Bezugsperson im täglichen Umfeld des Kindes durchgeführt. Als Logopädin leite ich die Eltern an und begleite sie. Es konnten durch Langzeitstudien nachhaltige Therapieeffekte belegt werden.

  • Mini-KIDS/KIDS nach Sandrieser&Schneider,
  • Stottermodifikation nach der IMS-Methode von Zückner.

Das Poltern ist gekennzeichnet durch ein überhastetes schnelles Sprechen. Laute und Silben werden vertauscht, ausgelassen oder miteinander verschmolzen. Dies schränkt die Verständlichkeit der Sprache massiv ein. Häufig sind auch grammatikalische Auffälligkeiten im Sinne von Satzabbrüchen oder Satzumstellungen sowie Aufmerksamkeitsprobleme zu beobachten.